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Herangehensweise beim Aufbau eines DWH |
| [1] Allgemein |
| [2] Betriebswirtschaft |
| [3] Software |
| [4] Hardware |
| [5] Organisation |
| [6] Sicherheit |
| [7] Abwicklung eines DWH-Projekts |
| [8] Praxistipps |
| [9] Literatur |
| [1] Allgemein |
Die Architektur ist ein gutes Mittel um eine Übersicht über das DWH als auch über bestehende Systeme im Unternehmen zu gewinnen. Um die Komplexität der Erstellung eines DWH leichter darstellen zu können, empfiehlt sich die Aufteilung in die nachstehenden Kategorien:
• Betriebswirtschaft
Definition der betriebswirtschaftlichen Aufgabenstellungen
• Software
Die betriebswirtschaftliche Aufgabenstellung gibt die Bedingungen für die Software-Architektur vor.
• Hardware
Die Softwaretypen stellen wiederum besondere Anforderungen an die Hardware. Die Hardware-Architektur kann bestimmt werden, wenn die Software festgelegt worden ist.
• Organisation
Als letztes muss die Organisation die zum Betreiben des DWH notwendig ist aufgebaut werden. Dies reicht von der Beschaffung der Hardware, Installation der Software bis zur Schulung der Anwender oder Einstellung von zusätzlichem Personal.
Natürlich ist auch die Reihenfolge der Bearbeitung der oben angeführten Themen entscheidend. Zu allererst muss aber der Zweck und damit die Definition der betriebswirtschaftlichen Aufgabenstellungen bzw. die Funktionen die das DWH haben soll geklärt werden. (vgl. Höhn R., S 91 ff)
| [2] Betriebswirtschaft |
Zu allererst muss der Zweck und damit die Definition der betriebswirtschaftlichen Aufgabenstellungen bzw. die Funktionen die das DWH haben soll geklärt werden. (vgl. Höhn R., S 91 ff)
Welche Analyse und Berichtssysteme werden gebraucht? Welche Managementunterstützungssystem aus dem operativen und taktischen Bereich werden benötigt? Damit das Top-Management eine strategische Analyse durchführen kann werden andere Tools benötigt als dies im operativen Bereich der Fall ist.
Auf die betriebswirtschaftlichen Fragestellungen wurde bereits im Kapitel - Warum DWH? BWL-Aspekte - genauer eingegangen.
| [3] Software |
Welche Softwarekomponenten sind für ein DWH einzusetzen?
Ein wesentliches Element das ein DWH von anderen Datenbanksystemen unterscheidet, ist dass es Funktionen bietet die andere Systeme nicht haben. Das DWH-System enthält Funktionen (Software-Tools) zur Findung, Verwaltung, Transformation, Auswertung und Präsentation von Daten. (vgl. Höhn R., S 163)
Einige Softwarekomponenten eines DWH
• Navigator
• Browser
• Aggregator
• OLAP
• Offictools
• DWH-Datenbank
• Datenbankmanagementsystem
• Archiv
Bei der Analyse der zu verwendenden Softwarekomponenten darf man aber nicht vergessen, dass die Mehrheit der Nutzer keine IT-Fachleute sind. Die Bereitstellung von grafischen Benutzeroberflächen, bei denen Abfragen mit einer intelligenten Menüführung formuliert werden können, hilft auch Nicht-Experten sich mit dem DWH „anzufreunden“ ( vgl. Url4 )
Die beiden wichtigsten speziellen DWH-Softwaresysteme sind (vgl. Höhn R., S 163):
• OLAP Online Analytical Processing
• KDD Knowledge Discovery on Databases System, Data Mining
Mehr dazu siehe Link siehe OLTP & OLAP
Die entsprechenden Softwarekomponenten können entweder als Standardlösung von einem Anbieter geliefert werden oder von einer Vielzahl von Einzelkomponenten von verschiedenen Herstellern zusammengefügt werden.
Die Komplexität eines DWH ist aber so groß, dass Hersteller das Softwaresystem meist nicht als ein komplettes Paket offerieren, sondern als System mit mehreren Komponenten und Modulen die man nach Bedarf zusammenstellen kann (vgl. Höhn R., S 165).
Innerhalb des Unternehmens werden von den unterschiedlichen Benutzerkreisen auch unterschiedliche Anforderungen an die Funktionalität gestellt. Das Topmanagement hat z.B. einen ganz anderen Zeithorizont um Pläne und Strategien zu entwickeln und wird daher eine andere Datenverdichtung benötigen als das operative Management. Die Aufgabe des DWH-Spezialisten ist es, die verschiedenen Anforderungen zu eruieren und diejenigen Softwarekomponenten auszuwählen die die verschiedenen Anwender benötigen. (vgl. Höhn R., S 189 f)
Es ist also zu bestimmen welche Komponente für eine bestimmte Problemstellung am geeignetsten ist und ob die Auswahl der verschiedenen Komponenten kombinierbar ist. (vgl. Höhn R., S 169).
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| [4] Hardware |
Welche Hardware und Netzinfrastruktur ist notwendig?
• WAN - Wide Area Network
• LAN - Local Area Network
• Rechnertypen und Betriebssysteme
• Periperiegeräte
Es müssen Entscheidungen hinsichtlich oben angeführter Komponenten getroffen werden. Das Rechnersystem des DWH ist mit einer Infrastruktur, dem Lokalen Netzwerk (LAN), zu verbinden. Wenn das LAN bereits existiert, müssen hier nur mehr Erweiterungen oder Umstrukturierungen überlegt werden. Wenn es neu aufgebaut wird muss z.B. über die Verkabelungsart und in einem zweiten Schritt über die LAN-Technologie und LAN-Topologie entschieden werden.
Rechnerauswahl?
„Es gibt keine Lösung, die für alle Applikationen gleich gut und besser als andere Lösungen ist.“ (Höhn R., S 254) Die Rechnerentscheidung wird so viel Fachwissen erfordern, dass der DWH-Spezialist bereits überfordert sein kann. Die Entscheidung wird hauptsächlich an Hand der folgenden Kriterien erfolgen:
• Betriebssystem
• Wesentlichen Leistungsdaten (Taktrate etc.)
• Displayauflösung
• Mobilität
• Netzanbindungsfähigkeit
Skalierbarkeit des Systems
Im Besonderen sei auf die Skalierbarkeit der Hardware hingewiesen. Das ist die Fähigkeit des Betriebssystems weitere Hardwarekomponenten in das System zu integrieren. Das ist gerade bei einem DWH wichtig, da die Datenmengen überproportional anwachsen können und der Einbau zusätzlicher Speichersysteme oder Prozessoren notwendig werden kann. (vgl. Höhn R., S 275)
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| [5] Organisation |
„Der Aufbau eines DWH ist zu 30 % Organisationsarbeit.“ (Höhn R., S 317)
Die zu organisierenden Elemente ( Betriebswirtschaft, Software, Hardware) sind bestimmt worden. Es wurde analysiert welcher Anwender mit welchen betriebswirtschaftlichen Aufgaben betraut ist, welche Software diese Aufgaben unterstützen kann und welche Hardware dafür notwendig ist.
Im nun folgenden Schritt müssen die dafür nötigen Aufgabenträger, ihre Rollen, die Stellenbezeichnungen und die erforderlichen Befugnisse abgeleitet werden. Sie müssen in bestehende Kommunikationswege und in eine Organisationshierarchie integriert werden.
Das Organisationsproblem wird dabei wie jedes Soft- und Hardwareprojekt noch dadurch erschwert, dass das DWH 3 Abschnitte, den Aufbauabschnitt, den Betrieb und den Abbau hat. In allen Phasen müssen Aufgabenträger, Kompetenzen, Berichts- und Meldewege vorhanden sein. (vgl. Höhn R., S 317)
„Die Lösung des Organisationsproblems ist die Feststellung, wie Aufbau, Betrieb und Abbau des DWH organisiert sind:
• Welche Prozesse sind abzuwickeln, durch die Verkettung von
• welchen Aufgaben und Handlungen, die von
• welchen Rollen wahrgenommen werden, die zu
• welchen Stellen zugeordnet werden müssen, die in
• welche Organisationsstruktur wie eingebunden werden und dort mit
• welchen Sachmitteln umgesetzt werden sollen, was
• welche Qualifikation erfordert“ (Höhn R., S 320)
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| [6] Sicherheit |
Der Aspekt Sicherheit ist zwar ein Bestandteil des Aufbaus eines DWH, es wurde ihm allerdings aufgrund seines Umfangs ein eigener Abschnitt gewidmet und ist unter dem Punkt Sicherheit zu finden.
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| [7] Abwicklung eines DWH-Projekts |
Zusammenfassend nochmals die jeweiligen Aspekte einer schrittweisen Abwicklung eines DWH-Projekts (vgl. LAN Praxis):
Zieldefinition:
Wie bereits gehört ist die Realisierung eines DWH-Projekts im Unternehmen mit sehr hohem Aufwand verbunden nicht zuletzt da es sich um eine bedarfsorientierte Aufbereitung handelt. Wichtige Faktoren stellen hierbei Kombinier- und Variierbarkeit der Informationen dar.
Vorstudie:
In der Vorstudie sollte das Unternehmen klären welche Möglichkeiten durch ein DWH bestehen und Anforderungen u. a. wie folgt abschätzen:
- Definition des Projektziels
- bestehender und erwarteter Datenbestand
- fachliche und technische Anforderungen
- Hard- und Softwarevoraussetzungen
- Kostenabschätzung
- Erstellung eines Projektplans
- Pilotinstallation
Projektbeteiligte & Akzeptanz:
Ein DWH-Projekt lässt sich nicht in Top-down Manier abwickeln, vielmehr ist die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen erforderlich, um ein übergreifendes Projekt wie dieses zu realisieren. Wie bereits zuvor schon erwähnt, ist allerdings die Unterstützung des Managements insbesondere bei der Zieldefinition unabdingbar. Für die Projektleitung sollte unter Umständen ein externer Berater mit entsprechender fachlicher und sozialer Kompetenz eingesetzt werden, da dieser mitunter neutraler zum Unternehmen steht.
Um im Nachhinein bei den Anwendern nicht auf Ablehnung zu stoßen, sollten diese in die konzeptionelle Phase eingebunden werden, da sie Erfahrungen miteinbringen können.
Systemmodellierung:
Dieser Abschnitt dient dem Design und dem logischen Entwurf des DWH. Hierbei werden verfügbare Datenquellen, Datenstrukturen und logische Laufwerkszuweisungen (mappings) im Detail bestimmt. Auf Basis dessen kann das Datenmodell des DWH entwickelt werden und zu erwartende Entwicklungskosten und -aufwände abgeschätzt werden.
Realisierung:
Die Phase der Realisierung endet in einer Pilotinstallation. Das erarbeitete Datenmodell wird im DWH umgesetzt. Anschließend erfolgt der Import des Datenbestandes. Im nachfolgenden Schritt wird die Stabilität und die Nutzbarkeit des DWH getestet und die Dokumentation erstellt. In wie weit das System effizient arbeitet wird durch die Pilotinstallation und die Anwender erkannt.
Schrittweise Migration:
In einer abschließenden Phase wird das gesamte Unternehmen in die Informationsbereitstellung des DWH eingebunden. Zuvor, während der Pilotinstallation, aufgetretene Probleme können im Zuge eines Re-Designs überarbeitet und korrigiert werden. Zu einem späteren Zeitpunkt können Probleme massive bzw. auch ruinöse Einflüsse auf das Unternehmen ausüben und mitunter gravierende Kosten verursachen und Fehlinformationen liefern.
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| [8] Praxistipps für den Aufbau eines DWH |
Im Artikel (in Englisch) „The Anti-Architect - How not to design and roll out a data warehouse“ können Sie Praxistipps für den Aufbau eines DWH finden.
Auszugsweise sind nachstehend einige Praxistipps daraus angeführt, wobei die Reihenfolge und Wichtigkeit der angeführten Tipps für jeden anders sein kann. Den vollständigen Artikel finden Sie unter ( Url3 ):
• Endbenutzer sind keine Applikationsentwickler! Sie werden das DWH nur benutzen, wenn eine entsprechende „killer application“ zur Verfügung steht.
• Die Geschäftsleitung muss die Implementierung eines DWH von Anfang an unterstützen. Falls das nicht der Fall ist, wird eine effektive Nutzung des DWH nicht möglich sein. Stellen Sie daher diese Unterstützung zu allererst fest.
• Die Endbenutzer haben immer Recht! Die erfolgreiche Implementierung eines DWH ist nur garantiert, wenn auf die Bedürfnisse der Endbenutzer eingegangen wird.
• Newsletter, Trainingeinheiten und fortlaufende Unterstützung für die Endbenutzer sollten von Anfang an ein Bestandteil des Projektes sein.
• Die Büros der DWH-Support Mitarbeiter sollten möglichst nahe bei denen der Endbenutzer liegen.
| [9] Literatur |
verwendete Literatur:
Höhn Reinhard
Der Data Warehouse Spezialist: Entwurf, Methoden und Umsetzung eines Data Warehouse, Addison-Wesley Verlag, München 2000
Poe Vidette, Reeves Laura
Aufbau eines Data Warehouse, Prentice Hall München 1997, Markt & Technik Buch- und Software-Verlag GmbH
o. V.
LAN Praxis, 2001, Interest Verlag
Internet:
Url3 - http://www.intelligententerprise.com/020114/502warehouse1_1.jhtml dl am 14.01.2006
Url4 - http://www.datenschutz-mv.de/informat/dwh/dwh.pdf dl. am 22.01.2006
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- production | History | erstellt am: 07.02.2006 | Thomas Kellermair |