| Übersicht über das SAP BW 3.5 |
| [1] Das SAP BW |
| [2] Architektur des SAP BW |
| [3] Datenbasis und -bereitstellung |
| [4] Data Warehouse Administration |
| [5] Integration |
| [1] Das SAP BW |
Der zurzeit aktuelle Begriff zur Kennzeichnung informationstechnologischer Verfahren, die für die Auswertung unternehmensweit verfügbarer Information eingesetzt werden ist der des Business Intelligence (BI). Die Business Intelligence Tools (BIT) unterstützen das strategische Management indem sie Auswertung der in Data Warehouse (DW) erhaltener Daten erlauben. Das DW bildet dabei die Datenbasis für das On-Line Analytical Processing (OLAP), das einen einfacheren Zugriff auf Unternehmensdaten ermöglicht. Das OLAP wiederum stellt aufgrund seiner Mehrdimensionalität die beste Grundlage für Analysewerkzeuge in Form von BIT im DW-Bereich.
(Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können ist es heutzutage unumgänglich die eigenen Prozesse zu optimieren um möglichst schnell zu auf die gegebenen Marktdaten zu reagieren.
SAP Business Information Warehouse (SAP BW) stellt eine genau dafür geschaffenen Funktionalität im SAP NetWeaver dar, sowohl als Business Intelligence Plattform als auch die Werkzeuge dazu. Es können damit Daten transformiert und konsolidiert werden und in späterer Folge natürlich analysiert, interpretiert und verteilt. Auf Basis dieser Funktionen können weiters Unternehmensentscheidungen bzw. Strategien abgeleitet werden.)
Die Abbildung 1.1 zeigt den Entwicklungsverlauf im Hinblick auf die informationstechnologischen Konzepte (Fett) und die dazugehörigen SAP Lösungen (Grau). Die obere Zeitachse bezieht sich auf die externen Entwicklungen, die untere auf die SAP Produkte.

Die SAP-Lösung für den Data Warehouse Bereich ist das Business Information Warehouse (SAP BW). Das SAP BW ist für die Datenhaltung und Datenanalyse von SAP interner und externer Daten entwickelt worden. Zu den Datenanalysewerkzeugen gehört das SAP Strategic Enterprise Management (SEM), das für das Management die Daten in verschiedenen Sichten aufbereiten kann. Auch Data Mining gehört zum angebotenen Repertoire.
Abb. 1.2.: Die Integration des SAP BW im SAP NetWeaver.

| [2] Architektur des SAP BW |
Das SAP BW ist zum Unterschied zu den Anderen SAP-Berichtswerkzeugen das einzige das sie Daten in einem für Datenanalyse konzipierten System bereitstellt. Dieses System wird als Vollständige Lösung branchenunabhängig oder-spezifisch angeboten. Die Datenanalyse des SAP BW ist der der früheren Systeme vergleichbar, besitzt aber weitere Aspekte die einen deutlichen Unterschied darstellen. In der Tabelle 1.1 ist der Vergleich des OLAP basierten SAP BW mit den OLTP basierten ERP-Systemen aufgezeigt.
Tab. 1.1.: Vergleich zwischen OLTP und OLAP.
| Kriterium | Operative Systeme | Data Warehouse |
| Datenquelle | Eine ERP-Datenbank | Mehrere unterschiedliche Datenquellen |
| Umgang mit Daten | Daten in das System bringen | Daten aus dem System herausziehen |
| Typische Operation | Update | Read-only |
| Ansichten der Daten | Vorgeben | Benutzerdefiniert |
| Datenmenge je Transaktion | Wenig | Viel |
| Niveau der Daten | Detailliert | Verdichtet/aufbereitet |
| Alter der Daten | Aktuell | Historisch, aktuell, projiziert |
| Verarbeitungseinheit | Anwendungsübergreifend | Sachbezogen, übergreifend |
| Art der Transaktion | Einfache Transaktionen, statische Aufrufe | Komplexe Abfragen, dynamische Anwendungen |
| Zweck | Unterstützung und Abwicklung von Geschäftsprozessen | Informationen für Controlling, dispositive Entscheidungen |
| Inhalt | Detaillierte, aktuelle Geschäftsvorfälle | Detaillierte, verdichtete und berechnete Daten |
| Aktualität | Online, realtime | Unterschiedliche, aufgabenabhängige Aktualität, Historienbetrachtung |
| Modellierung | Altbestände oft nicht modelliert, funktionsorientiert oder granulare normalisierte Entitäten | Sachgebiets- oder themenbezogen, standardisiert und endbenutzertauglich |
| Zustand | Redundanz, Inkonsistenz, normalisiert, bitverschlüsselt in diversen Datenquellen | Konsistent modelliert, kontrollierte Redundanz in einer integrierten Datenbasis |
| Update | Laufend und konkurrierend | Ergänzend, automatische Fortschreibung abgeleiteter, voraggregierte Daten |
| Abfragen | Strukturiert, meist statisch im Programmcode | Ad-hoc für komplexe, ständig wechselnde Fragestellungen und vorgefertigte Standardauswertungen |
| Berichtserstellung | Je nach Werkzeug | Einheitlich, grafische Berichtsdefinition |
| Berichtspräsentation | Listen | Kreuztabellen, grafisch |
Das SAP BW System besitzt analog zu anderen Produkten der SAP AG das Rollenkonzept mit Berechtigungen-Benutzer Beziehungen. Dieses Konzept hat eine funktionsbezogene Anwendertypisierung die als Grundlage für das Berichtsmenü und das Berechtigungskonzept fungiert. Solches Vorgehen erlaubt eine Zielgruppenorientierung die sich an alle Mitarbeiter des Unternehmens richtet. Der Inhalt des Business Content (BC) umfasst 3150 Standardberichte und 1200 Datenblätter die es ermöglichen historische, aggregierte sowie zeitnahe, detaillierte Daten zu analysieren. Die Aufarbeitung kann tabellarisch oder in Form von Diagrammen erfolgen.
Das SAP BW ist durch eine Reihe von Strukturen und Strukturelemente gekennzeichnet, die zur Definition der Datenmodelle benötigt werden. Die Modellierung findet in der Administrator Workbench statt.
Das zentrale Werkzeug im SAP BW ist der Workbench mit dem Datenmodellierung, Steuerung, Überwachung und Pflege der gesamten Daten die für jedwede Prozesse möglich sind.
Abb. 1.3.: Screenshot, Administrator Workbench.

Abb. 1.4.: Prozessbelege des Administrator Workbench.

Tab. 1.2.: Beschreibung der Prozessbelege der Administrator Workbench.
| Kernporzessbeleg | Beschreibung |
| Quellsystem | Als Quellsysteme werden alle Systeme bezeichnet, die für die SAP BW Daten bereitstellen |
| DataSource | Die DataSource existiert im Quellsystem und enthält ein Programm zur Extraktion von Daten. Die extrahierten Daten haben einen logischen Zusammenhang und werden in einem Datensatz abgebildet (z.B. Vertriebsbelege). In einem Quellsystem kann es mehrere DataSources geben. |
| InfoPackage | Ein InfoPackage forder die Daten einer InfoSource für ein bestimmtes Quellsystem an. |
| InfoPackage Group | Eine InfoPackage Group kann mehrere InfoPackages beinhalten. Die Objekte einer InfoPackage Group können gemeinsam eingeplant werden. |
| PSA | Das Persistent Staging Area (PSA) ist ein Zwischenspeicher für Bewegungsdaten aus mehreren Quellsystemen, der optional genutzt werden kann. Die einzelnen Datensätze werden direkt aus der Transferstruktur, ohne Transformation oder Verdichtung, in eine separate Datentabelle gespeichert. Gegenüber der Verbuchung in InfoCubes verfügt die Speicherung im PSA über eine bessere Lade-Performance. |
| InforSource | Logisch zusammengehörende Felder (z.B. Vertriebsbelege), die in mehreren Quellsystemen existieren, können in einer InfoSource zusammengeführt werden. In der Kommunikationsstruktur wird der Aufbau der InfoSource bestimmt. Alle InfoObjects der Kommunikationsstruktur können an die InfoCubes weitergegeben werden. Für Stamm- und Bewegungsdaten existieren jeweils eigene InfoSources.
Jedes Datenextraktionsprogramm enthält eine Transferstruktur. Diese enthält die Struktur der zu übertragenden Sätze und die Metadaten zu den einzelnen Feldern. Die Transferstruktur existiert im Quell- und analog im Zielsystem. im Quellsystem ist die Transferstruktur Bestandteil der DataSource, im Zielsystem Bestandteil der InfoSource. Die Übertragungsregel legt fest, welches InfoObject der Transferstruktur welchem InfoObject der InfoSource (=Kommunikationsstruktur) zugeordnet werden soll. Hierbei handelt es sich um eine 1:1-Zuordnung. Zur Datentransformation können einem Feld Festwerte zugewiesen oder Konvertierungsroutinen hinterlegt werden. |
| Anwendungskomponente | Zur übersichtlicheren Verwaltung werden die InfoSources in einer Komponentenhierarchie geführt. Deren Knoten werden Anwendungskomponenten genannt. |
| ODS | Das Operational Data Store (ODS) ist eine Ebene für die Speicherung von Bewegungssdaten aus mehreren Quellsystemen, die optional genutzt werden kann. Die Daten im ODS können ausgewertet und überschrieen werden. Deshalb eignet sich das ODS besonders für zeitnahe Daten, die Veränderungen unterliegen. Gegenüber der Datenhaltung in Infocubes zeichnet sich das ODS über nicht aggregierte, granulare und volatile Daten aus. |
| Fortschreibungsregel | Eine Fortschreibungsregel spezifiziert, wie die Daten der InfoSource in den InfoCube fortgeschrieben werden. Darunter versteht man das Verhalten bei mehreren Datensätzen mit identischen Dimensionen im InfoCube. So sollen z.B. die Umsätze des Monats Januar aufsummiert werden. |
| InfoCube | InfoCubes sind die zentralen Datenbehälter, auf denen das Reporting des SAP BW aufsetzt. Der BasicCube speichert die Daten physisch auf der DW-Datenbank in einer aggregierten Form. Zu einem RemoteCube ist nur die Struktur definiert. Die Bewegungsdaten werden nicht im SAP BW verwaltet. Ein MultiCube oder MultiProvider führt die Daten aus mehreren Basis- oder RemoteCubes zusammen, ohne diese physisch zu speichern. |
| Aggregat | Ein Aggregat enthält die Daten eines InfoCubes in verdichter Form. |
| InfoArea | InfoAreas dienen zur Gruppierung und übersichtlicheren Verwaltung von InfoCubes. |
Die Bestandteile der BW-Strukturen sind im Wesentlichen Kennzahlen und Merkmale. Diese werden von der SAP AG weiter unterteilt und gruppiert.
Abb. 1.5.: Prozessbelege betriebswirtschaftlicher Auswertungsobjekte des SAP BW.

Tab. 1.3.: Beschreibung der Prozessbelege.
| Kernprozessbeleg | Beschreibung |
| Texte | Texte enthalten die Kurz-, Mittel- und/oder Langtexte der Merkmalsausprägungen. |
| Kennzahl | Kennzahlen sind Währungs-, Mengen- oder Zahlenfelder wie z.B. Umsatz, Kosten oder Erlöse. Sie sind die Datenfelder, Fakten oder Werte des Data Warehouse. |
| Merkmal | Merkmale sind Stammdaten wie z.B. Kunde, Artikel oder Kostenstelle. Es gibt Merkmale ohne Stammdaten. Merkmale mit Stammdaten (Texte, Attribute, Hierarchien, Navigationsattribut), Zeitmerkmale und Einheiten. |
| Hierarchie | Zu einem Merkmal können Hierarchien geladen werden. Diese enthalten eine Aufteilung der Merkmalsausprägungen nach funktionalen oder organisatorischen Gesichtspunkten in einer hierarchischen Form. |
| InfoObject Catalog | Zur übersichtlicheren Verwaltung von InfoObjects könne diese zu InfoObject Catalogs gruppiert werden. Die Mehrfachzuordnung eines InfoObject ist möglich. |
| Attribut | Attribute sind additive Eigenschaften eines Merkmals und werden über Verweise auf andere InfoObjects realisiert. Die Sparte kann z.B. ein Attribut des Merkmals Kunde sein. |
| InfoObject | InfoObjects sind die betriebswirtschaftlichen Auswertungsbjekte (Kunden, Artikel, Umsätze...) |
| Navigationsattribut | Zu einem Attribut kann das Kennzeichen Navigationsattribut aktiviert werden. In diesem Fall kann es, wie das zugehörige Merkmal, zur Navigation im Bericht verwendet werden. |
Das Reporting des SAP BW wird hauptsächlich über Microsoft Excel abgewickelt. Daneben gibt es eine Reihe von Third-Party-Tools.
Abb. 1.6.: Prozessbelege Reporting.

Tab. 1.4.: Beschreibung Prozessbelege.
| Kernprozessbelege | Beschreibung |
| Query | Eine Query selektiert Daten aus einem InfoCube oder ODS-Objekt. Zur Querydefinition können alle Merkmale und Kennzahlen eines Datenziels verwendet werden. Der Berichtsaufbau kann nach der Ausführung durch interaktive Funktionen (Drill Down, Slice&Dice...) verändert werden. Der Business Content beinhaltet vordefinierte Queries, Neben den BEx-Queries können noch InfoSet Queries zur Analyse verwendet werden. Neben Stammdaten und Kundendefinierten Tabellen oder logischen Datenbanken können auch verbundene ODS-Objekte analysiert werden. Dies ist mit den BEx-Queries nicht möglich. InfoCubes lassen sich jedoch mit den InfoSet Queries nicht auswerten. |
| Arbeitsmappe | Eine MS-Excell-Arbeitsmappe kann mehrere Queries beinhalten. Hierdurch können z.B. die Kostenarten und die statistischen Kennzahlen einer Kostenstelle in einer Arbeitsmappe dargestellt werden, obwohl die Queries auf zwei verschiedenen InfoCubes basieren. |
| Web-Report | Über das Web-Reporting können Arbeitsmappen in das Internet gestellt werden. Der HTML-Bericht erlaubt Interaktionen, wie z.B. Drill-down oder Auffrischen, mit dem SAP-BW-Server. |
| Unternehmens- InvoCatalog | Im Unternehmens-InfoCatalog werden alle selbst erstellten Berichte gesammelt, die nicht in der privaten Ablage (Favoriten) des Benutzers gesichert wurden. |
| Rolle/Channel | Unter einer Rolle bzw. Channel können Arbeitsmappen, Dokumente, URL's, R/3-Transaktionen und Links zu einem Arbeitsplatz, Prozess oder Themengebiet gesammelt werden. Eine Rolle kann durch Sub-Channels und Cluster weiter unterteilt werden. |
| Favoriten | Die Favoriten sind ein Benutzerindividueller Channel. Im Gegensatz zu den normalen Rollen kann der Anwender seine Favoriten selbst verwalten. |
| [3] Datenbasis und -bereitstellung |
Als Datenbereitstellung kann man im SAP BW den Mechanismus zur Bereitstellung von Daten (Stammdaten, Bewegungsdaten, Metadaten) aus verschiedensten Quellen verstehen.
Abb. 1.7.: Datenbereitstellung im SAP BW.

| [4] Data Warehouse Administration |
Die Administration des SAP BW unterscheidet sich zunächst nicht grundlegend von der Verwaltung anderer DWs. Die Unterschiede werden bei der Erläuterung der einzelnen Komponenten deutlich.
Eine Besonderheit des SAP BW besteht darin, dass man zunächst den verwendbaren Business Content in die Kundenmodellierung übernimmt.
Abbildung 1.8.: Prozessbelege Data-Warehouse-Management im SAP BW.
Tab. 1.5.: Beschreibung der Prozessbelege im D Warehouse-Management.
| Kernprozessbelege | Beschreibung |
| Berichtserstellung | Sofern die Standardberichte des BW nicht ausreichen, müssen neue Queriys in BEx Analyser angelegt werden. Zur Berichtserstellung werden die Merkmale und Kennzahlen eines InfoCubes über Drag and Drop in die Berichtsdefinition übernommen. |
| Berichtsverwaltung | Die Berichte müssen den verschiedenen Benutzergruppen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus können Berechtigungen, wie. z.B. für bestimmte Kennzahlen oder Hierarchieknoten, vergeben werden. |
| BEx Browser | Der SAP Business Explorer Browser (BEx Browser) basiert auf dem MS Internet Explorer und unterstützt den Benutzer bei der Berichtsauswahl. Auf der linken Seite des Fensters wird ein Baum, bestehend aus den Rollen des Benutzers angezeigt. Zu der selektierten Rolle werden im Hauptfenster die zugeordneten Arbeitsmappen angezeigt. Diese sind um grafische Objekte, die sog. Cluster, gruppiert. Verweilt man mit dem Mauszeigeer kurz über einer Arbeitsmappe, so erscheint ein interaktives Menü. Über dieses kann die Arbeitsmappe in MS Excell ausgeführt, im unteren Fensterbereich eine Vorschau über die Querydefinition angezeigt, der Name geändert oder ein Shortcut zu dieser Arbeitsmappe auf dem Desktop erzeugt werden. Des Weiteren kann der Anwender Objekte aus seinen Rollen in die Favoriten legen. |
| BEx Analyser | Standardmäßig wird für das Reporting auf Basis des BW der SAP Business Explorer Analyzer (BEx Analyzer) mit ausgeliefert. Bei diesem Tool handelt es sich um ein MS Excell Add-In von SAP, das für die Kommunikation mit dem SAP BW sorgt und OLAP Funktionalitäten zur Verfügung stellt. |
| [5] Integration |

Quelle: http://www.eastron.hu/ascential_connectivity.htm