| Module |
| [1] Modularer Aufbau |
| [2] Module |
| [3] SAP R/3 Wabe |
| [1] Modularer Aufbau |
ERP Systeme bestehen aus verschiedenen Modulen, die nach belieben kombiniert werden können. Jedes dieser Module dient einem bestimmten Unternehmensbereich und ist auf die entsprechenden Bedürfnisse und Anforderungen zugeschnitten. So erfüllt z. B. das Modul Personalwirtschaft die
Bereichsverantwortlichen bei sämtlichen anfallenden Aufgaben wie der Bewerberauswahl, Arbeitszeitabrechnung u. a. Hierbei ist anzumerken, dass die einzelnen Module selbst auch wieder aus Komponenten bestehen die mehr oder weniger individuell passend auswähl- und kombinierbar sind. Bei den Modulen unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten, zum einen die Operativen und zum anderen die Analytischen. Operative Module kommen bei konkreten Geschäftsfällen zum Einsatz während analytische Module der Erfassung, Generierung und Auswertung von Daten dienen.
Im Folgenden werfen wir nun einen Blick auf die einzelnen Module, ihre Möglichkeiten, ihren Aufbau usw. Beispielhaft sei hier das System R/3 der Firma SAP betrachtet. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Produkte anderer Hersteller im Detail unterschiedlich
strukturiert sind.
| [2] Module |
Basissystem
Dieses Modul, auch als Basic Components "BC" bezeichnet, stellt im Großen und Ganzen das Bindeglied zwischen der zentralen Datenbank und den anderen Modulen dar (Schreivogel et al, 1996, S. 17). Es dient weiters noch den diversen Aufgaben der Administration und der individuellen Anpassung des Systems (Customizing) sowie der Verwaltung von Hintergrundprozessen, der
Systemüberwachung, der Hardwaresteuerung usw. (Schreivogel et al, 1996, S. 18) Zudem ist auch die graphische Benutzeroberfläche (GUI) Bestandteil des Basissystems.
Finanzwesen
Das Modul Finanzwesen findet seinen Hauptanwendungszweck im Bereich der Buchhaltung. Angelegenheiten die Kreditoren und Debitoren betreffend wie z. B. offene Posten können ebenso bearbeitet und überwacht werden wie die im täglichen Geschäftsablauf auftretenden Finanzmittelströme (Schreivogel et al, 1996, S. 18). Kreditlimits legt man mit Hilfe dieser Komponente fest und auch die innerbetrieblichen Konten von Kunden lassen sich hiermit sperren.
Anlagenwirtschaft
Die Anlagenwirtschaft oder auch Assets Management "AM" ist eine
Komponente, die zum Einsatz kommt, wenn es um die baulichen, technischen, materiellen und immateriellen Anlagen des Unternehmens geht. Die eigentliche Anlagenbuchhaltung kann man hiermit in ihrer Gesamtheit durchführen und auch das Investitionscontrolling sowie die technische Anlagenverwaltung und die Instandhaltung (Kress et al, 1996, S. 168) werden durch das Modul Anlagenwirtschaft unterstützt.
Controlling
Sämtliche Aufgaben des Controllings wie z. B. die Kostenstellen- und Kostenträger- rechnung, die Produktkostenrechnung, das Unternehmenscontrolling etc. lassen sich mit dieser Komponente bewerkstelligen (Schreivogel et al, 1996, S. 18). Aufgrund des breiten Aufgabenspektrums findet hier die Verwendung und Verknüpfung von Daten aus den anderen Modulen statt. Diese Daten werden
benötigt um die relevanten Kenngrößen wie z. B. Stückkosten, Lohngemeinkosten usw. zu generieren. Das Modul Controlling ist somit ein unverzichtbares Planungs- und Kontrollinstrument.
Materialwirtschaft
In den Bereich Materialwirtschaft oder Material Management "MM" fallen Aufgaben wie der Einkauf, die Lagerverwaltung, die Bestandsführung etc. (Schreivogel et al, 1996, S. 19) Anfragen z. B. Bestellanfragen können erstellt, Angebote von Lieferanten eingeholt, Warenbestände kontrolliert und korrigiert, Warenbewegungen geplant und erfasst, Materialien bewertet werden etc. Die Komponente Materialwirtschaft unterstützt all diese Tätigkeiten mit einer Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.
Produktionsplanung
Ein sehr umfangreiches Modul stellt die Produktionsplanung dar. Es ist ein zentrales Instrument zur Planung und Steuerung der eigentlichen Leistungserstellungs- prozesse (Güterproduktion). Die Absatz- und Produktionsgrobplanung, die Bedarfsplanung, die Programmplanung, die Erzeugniskalkulation, der Kapazitätsabgleich usw. werden mit Hilfe dieser Komponente abgewickelt (Schreivogel et al, 1996, S. 19). Sie ist primär darauf ausgelegt, fünf grundlegende Anforderungen zu erfüllen nämlich simultane Planung von Elementarfaktoren (Material, Personal und Betriebsmittel) zu ermöglichen, knappe Mengen- und Terminplanung zu gewährleisten, Echtzeitplanung sicherzustellen und schließlich abteilungsübergreifende Planung zu erlauben (Braun et al, 1996, S. 350).
Qualitätsmanagement
Qualitätsmanagement beinhaltet nicht nur die Sicherung der Qualität von Produkten und Services durch deren Prüfung sondern auch die Qualitätsplanung und lenkung. Wobei unter Qualitätsplanung die Festlegung von zu erreichenden Standards und der Methoden zur Verwirklichung dieses Zieles zu verstehen sind. Das Modul Qualitätsmanagement im ERP System der Firma SAP erfüllt verschiedene EN und ISO (9000er Serie) Normen (Braun et al, 1996, S. 452). Dies dient natürlich der Sicherung der Produktqualität aber unter anderem auch der Überprüfung der Wirksamkeit des Qualitätsicherungs- systems.
Personalwirtschaft
Organisation, Planung, Controlling und Administration von Personalbelangen
gehören ebenso zu den Tätigkeiten die im Rahmen dieses Moduls, das man auch als Human Resources "HR" bezeichnet, bewältigt werden wie die Zeitwirtschaft, die Behandlung von etwaigen Reisekosten und die Personalabrechnung (Schreivogel et al, 1996, S. 19). Sollte ein Unternehmen in mehreren Staaten tätig sein, so ist auch internationale Bruttoabrechnung problemlos zu bewerkstelligen. Daten das Personal betreffend z. B. die organisatorische Zuordnung, die Arbeitszeit, die Ausbildung und Qualifikation, Informationen über mögliche Vollmachten etc. sind von großer Bedeutung und werden in Personalstammdatensätze zusammengeführt.
Instandhaltung
Die Instandhaltung (auch Plant Maintenance "PM") umfasst grundsätzlich 1) die Inspektion, in deren Rahmen der
Istzustand in Erfahrung gebracht wird, 2) die Wartung, durch sie erhält man den Sollzustand und 3) die Instandsetzung, bei der es um die Versetzung der zu wartenden Anlage in den Sollzustand geht (Ballnus et al, 1996, S. 476). Konkrete Aufgaben für die dieses Modul gedacht ist sind die Anlagenstrukturierung, die Objektverbindung, Die Objektvernetzung, die Erstellung von Arbeitsplänen, Stücklisten und Aufträgen, die Führung einer Wartungshistorie sowie die Wartungsplanung.
Vertrieb
Für Verkauf, Versand, Fakturierung und Vertriebsunterstützung stellt diese Komponente, die man ebenfalls als Sales and Distribution "SD" bezeichnen kann, die geeigneten Werkzeuge bereit (Schreivogel et al, 1996, S. 20). Waren- und Informationsflüsse werden von dem branchenneutralen
Anwendungspaket unterstützt. Eine Vielzahl von Daten zu Kunden (Konditionen, Ansprechpartner etc.), Produkten (Preise, Lagerorte etc.), zur Vertriebsorganisation (Sparte, Vertriebsweg etc.) kommen hier zum Einsatz (Eder et al, 1996, S. 540 ff).
Workflow
Der Begriff "workflow" kann in etwa mit dem Wort Arbeitsfluss übersetzt und wie folgt definiert werden: "Ganzheitliche Optimierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen mit innovativen technischen Hilfsmitteln, um das Wertschöpfungspotential zu maximieren" (Müller et al, 1996, S. 662). Damit ist weitgehend geklärt welchem Zweck diese Komponente dient. Konkrete Aufgaben sind die Analyse von Geschäftsverläufen sowie deren Kontrolle und Organisation, Ausbau der innerbetrieblichen Informationsstruktur,
verschiedene Büroanwendungen und die Archivierung (Schreivogel et al, 1996, S. 20).
Branchenlösungen
Des Weiteren besteht die Möglichkeit sich Module zu beschaffen, die ganz speziell für bestimmte Branchen entwickelt wurden. Sie beinhalten Werkzeuge und Anwendungen welche den jeweiligen Bedürfnissen entsprechen sowie Daten zu Verfügung stellen, die man in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern benötigt. Solche Module nennt man Branchenlösung oder Industry Solution „IS“ Beispiele dafür sind IS-PS für den öffentlichen Bereich (Public Sector), IS-H für Krankenhäuser (Hospital), IS-Oil für die Ölindustrie, IS-Utilities für Versorgungsunternehmen etc. (Schreivogel et al, 1996, S. 20)
Satellitensysteme
Wenn ein Betrieb sowohl SAP R/2 als auch R/3 verwendet, so ist eine Schnittstelle zwischen den beiden Systemen notwendig. Solch eine Schnittstelle wird als Satellitensystem bezeichnet. Sie verfügen über eine gesonderte Datenbank die eine Kopie von Stammdaten aus R/2 enthält. Satellitensysteme können sein: Fertigungs-
instandhaltungs- und Qualitätsleitstand, Lagerverwaltungssystem, Versandsystem, Finanzsystem für die Konsolidierung, Finanzmittelmanagementsystem und Executive Information System (Schreivogel et al, 1996, S. 21).
Eigenentwicklung
Bei SAPs R/3 handelt es sich um ein so genanntes offenes System, das bedeutet, dass neben dem für Standardsoftware typischen
customizing auch die Möglichkeit besteht eigene Module zur Erweiterung zu entwickeln. Dies kann vor allem dann nötig sein, wenn die geforderten Funktionen weder durch customizing noch durch käuflich zu erwerbende Erweiterungen bereitgestellt werden. In solch einem Fall lässt das Unternehmen von eigenen Angestellten, wenn es über solche verfügt, die gewünschte Software entwickeln oder es beauftragt einen anderen Betrieb, eventuell den Lieferanten des Systems selbst oder einen Dritten (Schreivogel et al, 1996, S. 22)
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aus: help.sap.com
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