| Einführung ERP |
| [1] Einleitung |
| [2] Enterprise Resource Planning |
| [3] Integration |
| [4] Überblick Module |
| [1] Einleitung - Warum ERP? |
Durch die verschärfte Wettbewerbssituation wird es vor allem für Mittel- und Großbetriebe immer wichtiger ERP-Systeme zu nutzen, um die Geschäftsabläufe und den Geschäftsprozess optimal abbilden zu können. Die verschärfte Wettbewerbssituation ist teilweise auf die Globalisierung zurückzuführen, auf die sich die Unternehmen erst einstellen müssen. Die Grenzen öffnen sich und es ist vermehrt globales Denken gefragt.
Quelle:
http://www.gps-ulm.de
Die Unternehmensprozesse beginnen und enden heutzutage nicht mehr innerhalb der Unternehmung. Die Ressourcenverteilung und die Koordination des Ressourceneinsatzes sind zentrale Strukturgrößen heutiger Unternehmensstrategien, daher ist eine Optimierung dieser Größen im Zeitalter der Globalisierung von entscheidender Bedeutung. Auf Grund der veränderten Wettbewerbssituation ist die Neuorganisation und Optimierung der Geschäftsprozesse unabdingbar geworden. Daher ist auch „Business Prozess Reengineering“ eines der Schlagworte unserer Zeit. Die sogenannte „New Economy“ hat die Wettbewerbssituation der Mittel- und Großbetriebe noch zusätzlich verschärft. (WfMS vs. ERP Systeme, (http://www.isys.uni-klu.ac.at/ISYS/Courses/02WS/Seminar_aus_Praktischer_Informatik/kreutler.pdf, downloaded 28.11.2005)
Es wurden IT-Systeme entwickelt um diese Reorganisation zu unterstützen. Die Geschäftsprozesse werden von diesen IT-Systemen abgebildet und unterstützen die Mitarbeiter in diesen Prozessen. Betriebliche Informationssysteme (ERP-Systeme) sind die Herzstücke der IT-Landschaften der mittleren und größeren Unternehmen. Seit Anfang der 90er Jahre werden ERP-Systeme in Unternehmen eingesetzt. (Abts/Müller, Wirtschaftsinformatik, 4. Auflage, Vieweg)
Quelle:
(Abts/Müller, Wirtschaftsinformatik, 4. Auflage, Vieweg)
| [2] Enterprise-Resource-Planning |
Enterprise-Resource-Planning (ERP):
Ein Unternehmen muss die vorhandenen Ressourcen (z.B. Kapital, Personal, Betriebsmittel,...)
möglichst effizient in den betrieblichen Ablauf integrieren. Diese Aufgabe
des Unternehmens bezeichnet man als Enterprise-Resource-Planning (ERP). Diese
Aufgabe wird durch IT-Systeme unterstützt, diese Systeme nennt man ERP-Systeme.
ERP-Systeme bestehen aus komplexer Anwendungssoftware.
Im Vordergrund steht das Zusammenspiel (Integration) der verschiedenen Aufgaben durch eine zentrale Datenbank, wodurch Datenredundanzen vermieden und abteilungsübergreifende Geschäftsprozesse unterstützt werden. (Hansen/Hermann, Wirtschaftsinformatik, 9. Auflage, 2005, Lucius & Lucius UTB)
Enterprise-Resource-Planning-Systeme (abgekürzt ERP-Systeme) werden lt. Abts (2004) wie folgt definiert:
„ERP-Systeme sind integrierte betriebswirtschaftliche Standardanwendungssoftware-Pakete, die nahezu alle Aufgabenbereiche und Prozesse innerhalb eines Unternehmens unterstützen, wie z.B. Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Rechnungswesen und Personalwirtschaft.“
ERP Systeme sind eine Erweiterung des Produktionsplanungs- und Steuerungssystems, welche den gesamten Prozess der Planung und Ausführung von Fertigungsaufträgen unterstützen und zwar von der Angebotsbearbeitung, Beschaffung, Lagerhaltung, Material- und Ressourcenplanung. (Abts/Müller, Wirtschaftsinformatik, 4. Auflage, Vieweg)
ERP-Systeme sollten weitgehend alle Geschäftsprozesse abbilden. Diese Geschäftsprozesse müssen identifiziert und definiert werden. Wenn dies erfolgt ist, kann man die Geschäftsprozesse gezielt überarbeiten, verbessern bzw. an neue Anforderungen anpassen. Diesen Optimierungsvorgang nennt man „Business Prozess Reengineering“. (WfMS vs. ERP Systeme, http://www.isys.uni-klu.ac.at/ISYS/Courses/02WS/Seminar_aus_Praktischer_Informatik/kreutler.pdf, downloaded 28.11.2005)
Unter ERP-Systeme versteht man folglich die betriebswirtschaftliche Standardapplikation eines Unternehmens, welche alle wesentlichen kaufmännischen und buchhalterischen Geschäftsprozesse eines Unternehmens abbildet. Der Begriff „ERP“ wird auch als Synonym für integrierte Standardanwendungssoftware genutzt. (Abts/Müller, Wirtschaftsinformatik, 4. Auflage, Vieweg)
Ein Enterprise-Resource-Planning -System besteht aus komplexen Anwendungssoftwarepaketen, die ein Unternehmen im täglichen Wirtschaftshandeln einsetzt, um die vorhandenen Ressourcen optimal planen, verwalten und delegieren zu können. (Abts/Müller, Wirtschaftsinformatik, 4. Auflage, Vieweg)
Bei ERP-Systemen gibt es folgende Unterscheidungen:
• Zielbranche (Metallbranche, Werbebranche)
• Unternehmensgröße (Kleinbetriebe, Mittelbetriebe, Global
Player)
• Anzahl der User
• Verwendete Technologie (Datenbank, Programmiersprache, Access, MSSQL,
Oracle)
Nachdem von Unternehmen nun vermehrt der Wunsch besteht, das firmeneigene ERP System von jedem Computer der Welt nutzen zu können, setzten die großen ERP Anbieter nun auf webbasierende Produkte. Dabei wird das ERP-System in einem Browser Fenster dargestellt, und ermöglicht es dem Benutzer mit den nötigen Zugangsrechten auf das System zuzugreifen. (Abts/Müller, Wirtschaftsinformatik, 4. Auflage, Vieweg)
Dieser Vorgang bringt wesentliche Zeit- und Kostenvorteile, und ermöglicht es dem ERP Nutzer auch von anderen Rechnern das firmeninterne ERP Konzept zu nutzen, ohne vorher eine Software installieren zu müssen. Diese Weiterentwicklung des ERP Systems wird häufig mit ERP II System beschrieben. (Abts/Müller, Wirtschaftsinformatik, 4. Auflage, Vieweg)
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| [3] Integration |
Ziele des ERP-System
Zurzeit dienen ERP-Systeme zur Darstellung und
Optimierung der innerbetrieblichen Geschäftsprozesse, mit Hilfe von Softwarepaketen
der verschiedensten ERP Anbieter. Die Zukunft liegt in der Implementierung webbasierender
Produkte, um die Vorteile des World Wide Webs und Internets nutzen zu können.
INTEGRATION
Integration ist ein wesentliches Merkmal von ERP Systemen. Die verschiedenen Integrationsformen sollen im Folgenden beschrieben werden.
• Reichweite der Integration
Innerhalb eines Unternehmens:
Die innerbetrieblichen Informationsflüsse und Funktionen werden optimal
aufeinander abgestimmt. Zum Beispiel benötigt die Buchhaltung Wareneingangsbelege
um diese sofort zu verbuchen. Die Information des Wareneingangs wird sofort
an die Buchhaltung weitergegeben. (vgl. Abts/Mülder, Grundkurs Wirtschaftsinformatik.)
Unternehmensübergreifende Integration:
Hier geht der Informationsfluss über die Unternehmensgrenzen hinaus und zwei oder mehrere Geschäftspartner tauschen Informationen aus. Zum Beispiel stellt ein Fertigungsunternehmen einem Kunden die Stammdaten zu verschiedenen Artikeln in einem elektronischen Katalog zur Verfügung und nimmt über das Internet Bestellungen entgegen. (vgl. Abts/Mülder, Grundkurs Wirtschaftsinformatik.
• Richtung der Integration
Horizontale Integration:
Starke Arbeitsteilung und isoliertes Arbeitsdenken sollen beseitigt werden.
Teilsysteme innerhalb der betrieblichen Wertschöpfungskette sollen verbunden
werden, wie zum Beispiel die Bearbeitung eines Fertigungsauftrages beginnend
bei der Kundenanfrage bis zum Versand der Produkte. (vgl. Abts/Mülder,
Grundkurs Wirtschaftsinformatik.)
Vertikale Integration:
Wichtig ist auch die Informationsverdichtung von unten nach oben. Umgekehrt
muss es möglich sein von oben nach unten immer detaillierte Informationen
zu bekommen. (vgl. Abts/Mülder, Grundkurs Wirtschaftsinformatik.)

aus: http://www.logistik.uni-bremen.de/alt/lehre/main/node124.html
• Integrationsgegenstand
Datenintegration:
Datenintegration bedeutet, dass es ein einheitliches Datenmodell gibt auf das
die verschiedenen Anwendungsbereiche zurückgreifen können. Somit können
einzelne Module auch auf Datenbanktabellen anderer Module zurückgreifen.
(vgl. Abts/Mülder, Grundkurs Wirtschaftsinformatik.)
Programmintegration:
Bei der Programmintegration werden Programme verschiedener Softwarehersteller
miteinander verbunden um untereinander Daten auszutauschen. Ein Beispiel ist
die Verbindung von ERP-Systemen und Office Programmen. (vgl. Abts/Mülder,
Grundkurs Wirtschaftsinformatik.)
Integrierte Benutzungsschnittstelle:
Hierzu zählen einheitliche Bildschirmmasken, Listen Layouts, Menüaufbaus
und Fehlermeldungen. (vgl. Abts/Mülder, Grundkurs Wirtschaftsinformatik.)
Software-Klassifikation:
| [4] Modularer Aufbau |
ERP Systeme bestehen aus verschiedenen Modulen, die nach belieben kombiniert werden können. Jedes dieser Module dient einem bestimmten Unternehmensbereich und ist auf die entsprechenden Bedürfnisse und Anforderungen zugeschnitten. So erfüllt z. B. das Modul Personalwirtschaft die Bereichsverantwortlichen bei sämtlichen anfallenden Aufgaben wie der Bewerberauswahl, Arbeitszeitabrechnung u. a. Hierbei ist anzumerken, dass die einzelnen Module selbst auch wieder aus Komponenten bestehen die mehr oder weniger individuell passend auswähl- und kombinierbar sind. Bei den Modulen unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten, zum einen die Operativen und zum anderen die Analytischen. Operative Module kommen bei konkreten Geschäftsfällen zum Einsatz während analytische Module der Erfassung, Generierung und Auswertung von Daten dienen.
Im Folgenden werfen wir nun einen Blick auf die einzelnen Module, ihre Möglichkeiten, ihren Aufbau usw. Beispielhaft sei hier das System R/3 der Firma SAP betrachtet. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Produkte anderer Hersteller im Detail unterschiedlich strukturiert sind.
Basissystem
Dieses Modul, auch als Basic Components "BC" bezeichnet, stellt im Großen und Ganzen das Bindeglied zwischen der zentralen Datenbank und den anderen Modulen dar (Schreivogel et al, 1996, S. 17). Es dient weiters noch den diversen Aufgaben der Administration und der individuellen Anpassung des Systems (Customizing) sowie der Verwaltung von Hintergrundprozessen, der Systemüberwachung, der Hardwaresteuerung usw. (Schreivogel et al, 1996, S. 18) Zudem ist auch die graphische Benutzeroberfläche (GUI) Bestandteil des Basissystems.
Finanzwesen
Das Modul Finanzwesen findet seinen Hauptanwendungszweck im Bereich der Buchhaltung. Angelegenheiten die Kreditoren und Debitoren betreffend wie z. B. offene Posten können ebenso bearbeitet und überwacht werden wie die im täglichen Geschäftsablauf auftretenden Finanzmittelströme (Schreivogel et al, 1996, S. 18). Kreditlimits legt man mit Hilfe dieser Komponente fest und auch die innerbetrieblichen Konten von Kunden lassen sich hiermit sperren.
Anlagenwirtschaft
Die Anlagenwirtschaft oder auch Assets Management "AM" ist eine Komponente, die zum Einsatz kommt, wenn es um die baulichen, technischen, materiellen und immateriellen Anlagen des Unternehmens geht. Die eigentliche Anlagenbuchhaltung kann man hiermit in ihrer Gesamtheit durchführen und auch das Investitionscontrolling sowie die technische Anlagenverwaltung und die Instandhaltung (Kress et al, 1996, S. 168) werden durch das Modul Anlagenwirtschaft unterstützt.
Controlling
Sämtliche Aufgaben des Controllings wie z. B. die Kostenstellen- und Kostenträger- rechnung, die Produktkostenrechnung, das Unternehmenscontrolling etc. lassen sich mit dieser Komponente bewerkstelligen (Schreivogel et al, 1996, S. 18). Aufgrund des breiten Aufgabenspektrums findet hier die Verwendung und Verknüpfung von Daten aus den anderen Modulen statt. Diese Daten werden benötigt um die relevanten Kenngrößen wie z. B. Stückkosten, Lohngemeinkosten usw. zu generieren. Das Modul Controlling ist somit ein unverzichtbares Planungs- und Kontrollinstrument.
Materialwirtschaft
In den Bereich Materialwirtschaft oder Material Management "MM" fallen Aufgaben wie der Einkauf, die Lagerverwaltung, die Bestandsführung etc. (Schreivogel et al, 1996, S. 19) Anfragen z. B. Bestellanfragen können erstellt, Angebote von Lieferanten eingeholt, Warenbestände kontrolliert und korrigiert, Warenbewegungen geplant und erfasst, Materialien bewertet werden etc. Die Komponente Materialwirtschaft unterstützt all diese Tätigkeiten mit einer Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.
Produktionsplanung
Ein sehr umfangreiches Modul stellt die Produktionsplanung dar. Es ist ein zentrales Instrument zur Planung und Steuerung der eigentlichen Leistungserstellungs- prozesse (Güterproduktion). Die Absatz- und Produktionsgrobplanung, die Bedarfsplanung, die Programmplanung, die Erzeugniskalkulation, der Kapazitätsabgleich usw. werden mit Hilfe dieser Komponente abgewickelt (Schreivogel et al, 1996, S. 19). Sie ist primär darauf ausgelegt, fünf grundlegende Anforderungen zu erfüllen nämlich simultane Planung von Elementarfaktoren (Material, Personal und Betriebsmittel) zu ermöglichen, knappe Mengen- und Terminplanung zu gewährleisten, Echtzeitplanung sicherzustellen und schließlich abteilungsübergreifende Planung zu erlauben (Braun et al, 1996, S. 350).
Qualitätsmanagement
Qualitätsmanagement beinhaltet nicht nur die Sicherung der Qualität von Produkten und Services durch deren Prüfung sondern auch die Qualitätsplanung und -lenkung. Wobei unter Qualitätsplanung die Festlegung von zu erreichenden Standards und der Methoden zur Verwirklichung dieses Zieles zu verstehen sind. Das Modul Qualitätsmanagement im ERP System der Firma SAP erfüllt verschiedene EN und ISO (9000er Serie) Normen (Braun et al, 1996, S. 452). Dies dient natürlich der Sicherung der Produktqualität aber unter anderem auch der Überprüfung der Wirksamkeit des Qualitätsicherungs- systems.
Personalwirtschaft
Organisation, Planung, Controlling und Administration von Personalbelangen gehören ebenso zu den Tätigkeiten die im Rahmen dieses Moduls, das man auch als Human Resources "HR" bezeichnet, bewältigt werden wie die Zeitwirtschaft, die Behandlung von etwaigen Reisekosten und die Personalabrechnung (Schreivogel et al, 1996, S. 19). Sollte ein Unternehmen in mehreren Staaten tätig sein, so ist auch internationale Bruttoabrechnung problemlos zu bewerkstelligen. Daten das Personal betreffend z. B. die organisatorische Zuordnung, die Arbeitszeit, die Ausbildung und Qualifikation, Informationen über mögliche Vollmachten etc. sind von großer Bedeutung und werden in Personalstammdatensätze zusammengeführt.
Instandhaltung
Die Instandhaltung (auch Plant Maintenance "PM") umfasst grundsätzlich 1) die Inspektion, in deren Rahmen der Istzustand in Erfahrung gebracht wird, 2) die Wartung, durch sie erhält man den Sollzustand und 3) die Instandsetzung, bei der es um die Versetzung der zu wartenden Anlage in den Sollzustand geht (Ballnus et al, 1996, S. 476). Konkrete Aufgaben für die dieses Modul gedacht ist sind die Anlagenstrukturierung, die Objektverbindung, Die Objektvernetzung, die Erstellung von Arbeitsplänen, Stücklisten und Aufträgen, die Führung einer Wartungshistorie sowie die Wartungsplanung.
Vertrieb
Für Verkauf, Versand, Fakturierung und Vertriebsunterstützung stellt diese Komponente, die man ebenfalls als Sales and Distribution "SD" bezeichnen kann, die geeigneten Werkzeuge bereit (Schreivogel et al, 1996, S. 20). Waren- und Informationsflüsse werden von dem branchenneutralen Anwendungspaket unterstützt. Eine Vielzahl von Daten zu Kunden (Konditionen, Ansprechpartner etc.), Produkten (Preise, Lagerorte etc.), zur Vertriebsorganisation (Sparte, Vertriebsweg etc.) kommen hier zum Einsatz (Eder et al, 1996, S. 540 ff).
Zusammenhänge zwischen der technischen Datenverarbeitung (z.B.: CAD, CAM) und der betrieblicher Informationssysteme können anhand des Y-Modells von Scheer dargestellt werden:

aus: http://www.logistik.uni-bremen.de/alt/lehre/main/node124.html
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